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23.01.2011 11:30 Alter: 4 Jahre

1945-09-08 Landkreis und Landrat

Kategorie: 1900-1999, 1940-1949, Ortsgeschichte

4. Landrat Artur Tübel

Als erster Landrat wurde vom Militärgouvernement Kronach der frühe­re Landtagsabgeordnete der Sozialdemokratischen Partei aus Naila, Artur Tübel, eingesetzt. Er war seit 1911 im Ortsverein Naila der SPD aktiv tätig und hatte nach der Machtübernahme den Haß der neuen Machthaber gegen die führenden Männer seiner Partei im Konzentrationslager Dachau ken­nengelernt. (2)

Trotzdem ging er ohne Haßgefühle an die Arbeit, um gemeinsam mit den Bürgermeistern das vollständige Chaos nach dem Zusammenbruch zu verhindern und die Verwaltungsarbeit auf Kreisebene, so gut es ging, auf­rechtzuerhalten und zu demokratisieren.

Am 31. Mai 1945 erschien erstmals nach der Besetzung das „Amtsblatt für den Landkreis Naila" wieder, in dem der Landrat die ersten Maßnah­men zur Wiederherstellung der Ordnung bekanntgab. Die Sicherung der Ernährung, Jugendfürsorge und die Erfassung aller Arbeitskräfte für den Wiederaufbau nahmen dabei den größten Raum ein. Anordnungen der Mili­tärregierung waren im Amtsblatt meist nicht zu finden, da sie sofort aus­zuführen waren. Telefonisch oder schriftlich wurden sie unverzüglich den Bürgermeistern oder Landpolizeiposten mitgeteilt. „Bis zur Errichtung der Militärregierung in Naila mußte Landrat Tübel jeden zweiten Tag beim Mili­tärgouvernement in Kronach über die Lage berichten und weitere Anordnun­gen entgegennehmen." (3) Er trug die Verantwortung für die Durchführung

(1) Amtsblatt vom 8. 9. 1945

(2) Oberfränkische Volkszeitung vom 15. 8. 1957 (3) Artur Tübel jr., Naila


dieser Befehle. Auch manche Schwierigkeit bei der Versorgung und Unterbrin­gung der Bevölkerung war zu beseitigen. Viele Beamte des Landratsamtes und der Gemeindeverwaltungen waren als ehemalige Mitglieder der NSDAP entlassen und nur in wenigen Fällen standen geschulte Kräfte als Ersatz zur Verfügung. Nachdem das Transportwesen notdürftig in Gang gesetzt und die Lebensmittelbestände erfaßt worden waren, tauchte als nächstes Problem die Brennstoffversorgung auf. Mit Kohlen konnte nicht gerechnet werden; deshalb wurden die Bürgermeister beauftragt, sog. Holzfällerkom­mandos zu bilden, die das benötigte Brennholz für die Gemeinden im Staatswald und auch in Privatwäldern abzuschlagen hatten.

Aber auch die Bevölkerung wandte sich immer wieder mit ihren Sorgen an den Landrat. Das Verhalten amerikanischer Soldaten war häufig der Anlaß dazu. Ein Schreiben des Landratsamtes vom 31. Juli 1945 lautet: „Um den immer wiederkehrenden Diebstählen von Wertsachen durch ame rikanische Soldaten vorzubeugen, ordnet die Militärregierung folgendes an: Die Bürgermeister der Gemeinden haben die Einwohner darauf hinzuwei­sen, daß sie ihre sämtlichen Wertsachen so gut verbergen sollen, daß ein Diebstahl mindestens sehr erschwert wird. Es genügt nicht, daß diese Sachen lediglich in Schubfächern untergebracht werden. Der Bergungsort soll noch sicherer sein."

In Meierhof griffen die Bewohner zur Selbsthilfe. Wiederholt hatte man in den Wochen vorher die amerikanischen Offiziere in Schwarzenbach auf­gesucht und Beschwerden über plündernde Soldaten vorgebracht. Sie wur­den bei Gegenüberstellungen meist nicht erkannt oder stritten solche Dieb­stähle einfach ab. Sobald nun amerikanische Soldaten im Ort auftauchten, warnte ein Trompetensignal die Bewohner. Drang einer in eine Wohnung ein, um Wertgegenstände zu suchen, wurde er mit bereitgestellter Tinte be­spritzt, die sich aus der Uniform nicht mehr entfernen ließ. Nun konnten die Offiziere die Schuldigen sofort feststellen und bestrafen." (1)

Manche Einwohner mußten in kürzester Zeit ihre Wohnungen räumen und hatten kaum Gelegenheit, Kleider, Schuhe und Wäsche mit aus dem Haus zu nehmen. Häuser, die von Besatzungstruppen belegt waren, durften von der Bevölkerung nicht mehr betreten werden. Der Landrat sollte auch in diesen Fällen bei der Militärregierung erreichen, daß man wenigstens das Notwendigste noch aus den Wohnungen holen durfte. Viele Hausbesitzer weigerten sich, für die Bezahlung des Stroms aufzukommen, den die Besatzungstruppen in ihren früheren Wohnungen verbraucht hatten. Das Überlandwerk Naila wagte aber nicht, von den Amerikanern Geld zu ver­langen, sondern wandte sich an den Landrat. Über 10 000 RM an Strom­geldern konnten damals nicht kassiert werden. (2)

(1) Georg Schmidt, Schwarzenbach/Wald

(2) Akt ;,Besatzungstruppen, Verhalten und Unterbringung" des Landratsamtes Naila


Die polnischen und russischen Landarbeiter waren in Lagern in Naila, Bernstein und Schwarzenbach/Wald untergebracht. Sie nutzten die Sperr­zeit, in der die Deutschen ihre Häuser nicht verlassen durften, aus und raub­ten in den umliegenden Dörfern Schweine, Hühner, Kleidungsstücke und Hausgeräte. Wagte jemand, sie zu verfolgen, wurde er mit Steinen bewor­fen oder sogar mit Waffen bedroht. Die entwaffnete deutsche Polizei sah keine Möglichkeit, gegen solche übergriffe und Raubzüge einzuschreiten. Auch deswegen mußte sich der Landrat immer wieder mit der Militärregie­rung in Verbindung setzen.

Landrat Tübel, der alle Klagen der Bevölkerung bei der Militärregierung vorbrachte und seine Bedenken gegen manche Anordnung äußerte, machte sich dadurch bei den Amerikanern unbeliebt und wurde am 2. 10. 1945 ohne Begründung seines Amtes enthoben.

5. Eingriffe der Amerikaner in den ersten Wiederaufbau
a) Landrat Milch

Im Landkreis Naila war der Mann unbekannt, der am 2. 10. 1945 von der Militärregierung als neuer Landrat eingesetzt wurde: Benno Milch. „Ei­entstammte einer alten Breslauer Familie, hatte früher in der Industrie ge­arbeitet und will bis zu Hitlers Machtergreifung in leitenden Stellungen tä­tig gewesen sein. Er gab an, als Gegner des Nationalsozialismus mit der Gestapo (Geheime Staatspolizei) in Konflikt gekommen zu sein und Be­kanntschaft mit den Unannehmlichkeiten gemacht zu haben, die das Dritte Reich für politische Häftlinge bereithielt." (1) „Wiederholt äußerte er auch, ein Stiefbruder des im Dritten Reich bekannten Generalfeldmarschalls Milch zu sein." (2) Wie dieser Mann von seinem früheren Wohnsitz Marktredwitz nach Naila kam, ist nicht bekannt.

Sein Aufruf an die Bevölkerung zeigt deutlich genug, daß er bereit war, die Befehle der Militärregierung bedingungslos auszuführen: „ Wir haben das große Glück, in unserem Lande einen Helfer zu haben, der uns mit größter Energie und aufopfernder Selbstlosigkeit unterstützt: Die Mi­litärregierung. Ich erwarte deshalb, daß jeder einzelne in unserem Kreis sich bemüht, durch korrekte Erfüllung aller Verordnungen der Militärregierung uns diese gute Zusammenarbeit zu erhalten und zu festigen   " (3)

Seine erste Aktion betraf die Ausgrabung der Leichen von KZ-Häftlingen, die im April 1945 im Höllental verscharrt worden waren. Am Sonntag, dem 18. 11. 45, früh um 8 Uhr, hatten sich 80 von ihm ausgesuchte Partei­genossen des Landkreises dort einzufinden, um die Leichen auszugraben.

(1) Frankenpost vom 19. 10. 1945 (3) Amtsblatt vom 6. 10. 1945

(2) Herr Diekmann, Naila


Die Freilegung der Leichen sollte ursprünglich ohne Handschuhe und Werk.- zeuge durchgeführt werden. (1) Dagegen wurde von Angehörigen der poli- tischen Gruppen sofort Protest erhoben und der Nailaer Amtsarzt Dr. Mayr lehnte für etwaige Folgen jede Verantwortung ab. Nach der Ausgrabung wurden die sterblichen Überreste eingesargt, vom Höllental nach Lichten­berg getragen und dort vor dem Rathaus abgestellt. „Sämtliche Parteigenos­sen, sowie sämtliche Mitglieder der NS-Frauenschaft, welche nicht zur Aus­grabung herangezogen werden, haben sich  um 1 Uhr mittags vor dem Rathaus geschlossen zu stellen." (2) Die Särge wurden wieder geöffnet und alle PG% des Landkreises mußten daran vorbeiziehen. Es fielen dabei grobe und unflätige Schimpfworte des damaligen, von den Amerikanern eingesetzten Landrats. Auf einem Wagen wurden anschließend die Särge zur Bestat­tung auf den Friedhof in Bad Steben überführt, und alle mußten den Lei­chen das letzte Geleit geben. Für die Deckung der entstandenen Unkosten und für die Errichtung eines würdigen Mahnmals war von jedem „Parteimitglied" ein Beitrag zu entrichten. (2)

„Beschlagnahmeaktionen folgten, vor denen selbst abgestelltes Gepäck von Flüchtlingen nicht verschont blieb." (3) „Leute aus seinem Bekannten­kreis, die nach Naila gekommen waren, wurden in leitenden Stellungen im Landratsamt untergebracht." (4) „Angestellte des Landratsamtes, die bei seinen Beschlagnahmetouren nicht mitmachten, versuchte er rücksichtslos aus dem Amt zu entfernen." (5) Angst und Unsicherheit machten sich unter der Bevölkerung breit. Selbst gegen Bürgermeister, die sich seinen oft zu harten Anordnungen widersetzten, ging er unnachsichtig vor und denun- zierte sie bei den Amerikanern. Der Bürgermeister von Schauenstein und Dr. Kornführer wurden verhaftet, weil sie angeblich einen Verleumdungs- feldzug gegen Offiziere der Militärregierung und Landrat Milch geführt haben sollten, „um das friedliche Zusammenarbeiten zwischen der Bevöl­kerung und den Behörden unmöglich zu machen." (6) Nach einem Jahr jedoch wurde das Urteil, das anfangs auf 3 Jahre Gefängnis lautete, wieder aufgehoben. (7)

Am 28. April 1946 wurden die ersten Kreisräte von der Bevölkerung ge­wählt. Sie traten am 5. Juni 1946 zu ihrer ersten Sitzung zusammen, um ihrerseits den Landrat zu wählen. Mit eisernem Schweigen quittierten sie die Abschiedsworte des scheidenden Landrats Milch.

(1) Schreiben des Landrats vom 8. 11. 1945 (5) Ferdinand Rank, Naila

(2) Schreiben des Landrats vom 12. 10. 1945 (6) Frankenpost vom 22. 12. 1945

(3) Stadtinspektor Merkel, Lichtenberg (7) Frankenpost vom 4. 12. 1946

(4) Bürgermeister Völkel, Bad Steben

b) Die „landratslose" Zeit

In der Kreistagssitzung am 5. Juni 1946 wurde Artur Tübel einstimmig zum Landrat gewählt. Gleichzeitig verfaßten die Kreisräte auf Antrag der SPD-Fraktion eine Resolution an die Militärregierung in München, in der sie die Eignung Artur Tübels als Landrat und seine unbescholtene politische Vergangenheit klar herausstellten. Mit Schreiben vom 11. 6. 46 lehnte jedoch die Militärregierung eine Berufung Tübels als Landrat mit der Begründung ab, er habe gegen die Entnazifizierung und deren Bestimmungen verstoßen. Am 10. 7. waren die Kreisräte zu einer weiteren Sitzung geladen. Sie konn- ten sich auf keinen anderen Kandidaten einigen und schickten deshalb eine weitere Entschließung nach München, in der sie nochmals gemeinsam für Tübel eintraten. Sie wiesen eindringlich darauf hin, daß die Vorwürfe gegen Tübel jeglicher Grundlagen entbehrten. Aber auch diese Bitte wurde von der Militärregierung abgeschlagen.

So fehlte also dem Landkreis eine verantwortliche Spitze, wodurch eine ersprießliche, gedeihliche Arbeit sehr erschwert wurde. Der Angestellte Lutz, der mit der Führung der Geschäfte des-Landratsamtes ab 5. 6. 46 beauftragt war, mußte am 15. Juli aus dem Amt ausscheiden, um seinen Dienst als öffentlicher Kläger bei der Spruchkammer in Naila aufzunehmen. Als stell­vertretender Landrat war nun der Angestellte Kapferer tätig. (1)

Alle Fraktionen waren sich einig, daß nun schnellstens ein anderer Mann gefunden werden müßte, um die „landratslose" Periode zu beenden. Die CSU-Fraktion schlug zwei einheimische Landratskandidaten vor. Die SPD- Fraktion stellte den früheren Landrat von Rehau, Friedrich Vetter, als Kandidaten auf. Mit den Stimmen der SPD und der KPD wurde er am 20. August 1946 zum Landrat gewählt und von der Militärregierung und der Regierung von Oberfranken in seinem Amt bestätigt.


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23.01.2011 11:30 Alter: 4 Jahre

1945-09-08 Landkreis und Landrat

Kategorie: 1900-1999, 1940-1949, Ortsgeschichte

4. Landrat Artur Tübel

Als erster Landrat wurde vom Militärgouvernement Kronach der frühe­re Landtagsabgeordnete der Sozialdemokratischen Partei aus Naila, Artur Tübel, eingesetzt. Er war seit 1911 im Ortsverein Naila der SPD aktiv tätig und hatte nach der Machtübernahme den Haß der neuen Machthaber gegen die führenden Männer seiner Partei im Konzentrationslager Dachau ken­nengelernt. (2)

Trotzdem ging er ohne Haßgefühle an die Arbeit, um gemeinsam mit den Bürgermeistern das vollständige Chaos nach dem Zusammenbruch zu verhindern und die Verwaltungsarbeit auf Kreisebene, so gut es ging, auf­rechtzuerhalten und zu demokratisieren.

Am 31. Mai 1945 erschien erstmals nach der Besetzung das „Amtsblatt für den Landkreis Naila" wieder, in dem der Landrat die ersten Maßnah­men zur Wiederherstellung der Ordnung bekanntgab. Die Sicherung der Ernährung, Jugendfürsorge und die Erfassung aller Arbeitskräfte für den Wiederaufbau nahmen dabei den größten Raum ein. Anordnungen der Mili­tärregierung waren im Amtsblatt meist nicht zu finden, da sie sofort aus­zuführen waren. Telefonisch oder schriftlich wurden sie unverzüglich den Bürgermeistern oder Landpolizeiposten mitgeteilt. „Bis zur Errichtung der Militärregierung in Naila mußte Landrat Tübel jeden zweiten Tag beim Mili­tärgouvernement in Kronach über die Lage berichten und weitere Anordnun­gen entgegennehmen." (3) Er trug die Verantwortung für die Durchführung

(1) Amtsblatt vom 8. 9. 1945

(2) Oberfränkische Volkszeitung vom 15. 8. 1957 (3) Artur Tübel jr., Naila


dieser Befehle. Auch manche Schwierigkeit bei der Versorgung und Unterbrin­gung der Bevölkerung war zu beseitigen. Viele Beamte des Landratsamtes und der Gemeindeverwaltungen waren als ehemalige Mitglieder der NSDAP entlassen und nur in wenigen Fällen standen geschulte Kräfte als Ersatz zur Verfügung. Nachdem das Transportwesen notdürftig in Gang gesetzt und die Lebensmittelbestände erfaßt worden waren, tauchte als nächstes Problem die Brennstoffversorgung auf. Mit Kohlen konnte nicht gerechnet werden; deshalb wurden die Bürgermeister beauftragt, sog. Holzfällerkom­mandos zu bilden, die das benötigte Brennholz für die Gemeinden im Staatswald und auch in Privatwäldern abzuschlagen hatten.

Aber auch die Bevölkerung wandte sich immer wieder mit ihren Sorgen an den Landrat. Das Verhalten amerikanischer Soldaten war häufig der Anlaß dazu. Ein Schreiben des Landratsamtes vom 31. Juli 1945 lautet: „Um den immer wiederkehrenden Diebstählen von Wertsachen durch ame rikanische Soldaten vorzubeugen, ordnet die Militärregierung folgendes an: Die Bürgermeister der Gemeinden haben die Einwohner darauf hinzuwei­sen, daß sie ihre sämtlichen Wertsachen so gut verbergen sollen, daß ein Diebstahl mindestens sehr erschwert wird. Es genügt nicht, daß diese Sachen lediglich in Schubfächern untergebracht werden. Der Bergungsort soll noch sicherer sein."

In Meierhof griffen die Bewohner zur Selbsthilfe. Wiederholt hatte man in den Wochen vorher die amerikanischen Offiziere in Schwarzenbach auf­gesucht und Beschwerden über plündernde Soldaten vorgebracht. Sie wur­den bei Gegenüberstellungen meist nicht erkannt oder stritten solche Dieb­stähle einfach ab. Sobald nun amerikanische Soldaten im Ort auftauchten, warnte ein Trompetensignal die Bewohner. Drang einer in eine Wohnung ein, um Wertgegenstände zu suchen, wurde er mit bereitgestellter Tinte be­spritzt, die sich aus der Uniform nicht mehr entfernen ließ. Nun konnten die Offiziere die Schuldigen sofort feststellen und bestrafen." (1)

Manche Einwohner mußten in kürzester Zeit ihre Wohnungen räumen und hatten kaum Gelegenheit, Kleider, Schuhe und Wäsche mit aus dem Haus zu nehmen. Häuser, die von Besatzungstruppen belegt waren, durften von der Bevölkerung nicht mehr betreten werden. Der Landrat sollte auch in diesen Fällen bei der Militärregierung erreichen, daß man wenigstens das Notwendigste noch aus den Wohnungen holen durfte. Viele Hausbesitzer weigerten sich, für die Bezahlung des Stroms aufzukommen, den die Besatzungstruppen in ihren früheren Wohnungen verbraucht hatten. Das Überlandwerk Naila wagte aber nicht, von den Amerikanern Geld zu ver­langen, sondern wandte sich an den Landrat. Über 10 000 RM an Strom­geldern konnten damals nicht kassiert werden. (2)

(1) Georg Schmidt, Schwarzenbach/Wald

(2) Akt ;,Besatzungstruppen, Verhalten und Unterbringung" des Landratsamtes Naila


Die polnischen und russischen Landarbeiter waren in Lagern in Naila, Bernstein und Schwarzenbach/Wald untergebracht. Sie nutzten die Sperr­zeit, in der die Deutschen ihre Häuser nicht verlassen durften, aus und raub­ten in den umliegenden Dörfern Schweine, Hühner, Kleidungsstücke und Hausgeräte. Wagte jemand, sie zu verfolgen, wurde er mit Steinen bewor­fen oder sogar mit Waffen bedroht. Die entwaffnete deutsche Polizei sah keine Möglichkeit, gegen solche übergriffe und Raubzüge einzuschreiten. Auch deswegen mußte sich der Landrat immer wieder mit der Militärregie­rung in Verbindung setzen.

Landrat Tübel, der alle Klagen der Bevölkerung bei der Militärregierung vorbrachte und seine Bedenken gegen manche Anordnung äußerte, machte sich dadurch bei den Amerikanern unbeliebt und wurde am 2. 10. 1945 ohne Begründung seines Amtes enthoben.

5. Eingriffe der Amerikaner in den ersten Wiederaufbau
a) Landrat Milch

Im Landkreis Naila war der Mann unbekannt, der am 2. 10. 1945 von der Militärregierung als neuer Landrat eingesetzt wurde: Benno Milch. „Ei­entstammte einer alten Breslauer Familie, hatte früher in der Industrie ge­arbeitet und will bis zu Hitlers Machtergreifung in leitenden Stellungen tä­tig gewesen sein. Er gab an, als Gegner des Nationalsozialismus mit der Gestapo (Geheime Staatspolizei) in Konflikt gekommen zu sein und Be­kanntschaft mit den Unannehmlichkeiten gemacht zu haben, die das Dritte Reich für politische Häftlinge bereithielt." (1) „Wiederholt äußerte er auch, ein Stiefbruder des im Dritten Reich bekannten Generalfeldmarschalls Milch zu sein." (2) Wie dieser Mann von seinem früheren Wohnsitz Marktredwitz nach Naila kam, ist nicht bekannt.

Sein Aufruf an die Bevölkerung zeigt deutlich genug, daß er bereit war, die Befehle der Militärregierung bedingungslos auszuführen: „ Wir haben das große Glück, in unserem Lande einen Helfer zu haben, der uns mit größter Energie und aufopfernder Selbstlosigkeit unterstützt: Die Mi­litärregierung. Ich erwarte deshalb, daß jeder einzelne in unserem Kreis sich bemüht, durch korrekte Erfüllung aller Verordnungen der Militärregierung uns diese gute Zusammenarbeit zu erhalten und zu festigen   " (3)

Seine erste Aktion betraf die Ausgrabung der Leichen von KZ-Häftlingen, die im April 1945 im Höllental verscharrt worden waren. Am Sonntag, dem 18. 11. 45, früh um 8 Uhr, hatten sich 80 von ihm ausgesuchte Partei­genossen des Landkreises dort einzufinden, um die Leichen auszugraben.

(1) Frankenpost vom 19. 10. 1945 (3) Amtsblatt vom 6. 10. 1945

(2) Herr Diekmann, Naila


Die Freilegung der Leichen sollte ursprünglich ohne Handschuhe und Werk.- zeuge durchgeführt werden. (1) Dagegen wurde von Angehörigen der poli- tischen Gruppen sofort Protest erhoben und der Nailaer Amtsarzt Dr. Mayr lehnte für etwaige Folgen jede Verantwortung ab. Nach der Ausgrabung wurden die sterblichen Überreste eingesargt, vom Höllental nach Lichten­berg getragen und dort vor dem Rathaus abgestellt. „Sämtliche Parteigenos­sen, sowie sämtliche Mitglieder der NS-Frauenschaft, welche nicht zur Aus­grabung herangezogen werden, haben sich  um 1 Uhr mittags vor dem Rathaus geschlossen zu stellen." (2) Die Särge wurden wieder geöffnet und alle PG% des Landkreises mußten daran vorbeiziehen. Es fielen dabei grobe und unflätige Schimpfworte des damaligen, von den Amerikanern eingesetzten Landrats. Auf einem Wagen wurden anschließend die Särge zur Bestat­tung auf den Friedhof in Bad Steben überführt, und alle mußten den Lei­chen das letzte Geleit geben. Für die Deckung der entstandenen Unkosten und für die Errichtung eines würdigen Mahnmals war von jedem „Parteimitglied" ein Beitrag zu entrichten. (2)

„Beschlagnahmeaktionen folgten, vor denen selbst abgestelltes Gepäck von Flüchtlingen nicht verschont blieb." (3) „Leute aus seinem Bekannten­kreis, die nach Naila gekommen waren, wurden in leitenden Stellungen im Landratsamt untergebracht." (4) „Angestellte des Landratsamtes, die bei seinen Beschlagnahmetouren nicht mitmachten, versuchte er rücksichtslos aus dem Amt zu entfernen." (5) Angst und Unsicherheit machten sich unter der Bevölkerung breit. Selbst gegen Bürgermeister, die sich seinen oft zu harten Anordnungen widersetzten, ging er unnachsichtig vor und denun- zierte sie bei den Amerikanern. Der Bürgermeister von Schauenstein und Dr. Kornführer wurden verhaftet, weil sie angeblich einen Verleumdungs- feldzug gegen Offiziere der Militärregierung und Landrat Milch geführt haben sollten, „um das friedliche Zusammenarbeiten zwischen der Bevöl­kerung und den Behörden unmöglich zu machen." (6) Nach einem Jahr jedoch wurde das Urteil, das anfangs auf 3 Jahre Gefängnis lautete, wieder aufgehoben. (7)

Am 28. April 1946 wurden die ersten Kreisräte von der Bevölkerung ge­wählt. Sie traten am 5. Juni 1946 zu ihrer ersten Sitzung zusammen, um ihrerseits den Landrat zu wählen. Mit eisernem Schweigen quittierten sie die Abschiedsworte des scheidenden Landrats Milch.

(1) Schreiben des Landrats vom 8. 11. 1945 (5) Ferdinand Rank, Naila

(2) Schreiben des Landrats vom 12. 10. 1945 (6) Frankenpost vom 22. 12. 1945

(3) Stadtinspektor Merkel, Lichtenberg (7) Frankenpost vom 4. 12. 1946

(4) Bürgermeister Völkel, Bad Steben

b) Die „landratslose" Zeit

In der Kreistagssitzung am 5. Juni 1946 wurde Artur Tübel einstimmig zum Landrat gewählt. Gleichzeitig verfaßten die Kreisräte auf Antrag der SPD-Fraktion eine Resolution an die Militärregierung in München, in der sie die Eignung Artur Tübels als Landrat und seine unbescholtene politische Vergangenheit klar herausstellten. Mit Schreiben vom 11. 6. 46 lehnte jedoch die Militärregierung eine Berufung Tübels als Landrat mit der Begründung ab, er habe gegen die Entnazifizierung und deren Bestimmungen verstoßen. Am 10. 7. waren die Kreisräte zu einer weiteren Sitzung geladen. Sie konn- ten sich auf keinen anderen Kandidaten einigen und schickten deshalb eine weitere Entschließung nach München, in der sie nochmals gemeinsam für Tübel eintraten. Sie wiesen eindringlich darauf hin, daß die Vorwürfe gegen Tübel jeglicher Grundlagen entbehrten. Aber auch diese Bitte wurde von der Militärregierung abgeschlagen.

So fehlte also dem Landkreis eine verantwortliche Spitze, wodurch eine ersprießliche, gedeihliche Arbeit sehr erschwert wurde. Der Angestellte Lutz, der mit der Führung der Geschäfte des-Landratsamtes ab 5. 6. 46 beauftragt war, mußte am 15. Juli aus dem Amt ausscheiden, um seinen Dienst als öffentlicher Kläger bei der Spruchkammer in Naila aufzunehmen. Als stell­vertretender Landrat war nun der Angestellte Kapferer tätig. (1)

Alle Fraktionen waren sich einig, daß nun schnellstens ein anderer Mann gefunden werden müßte, um die „landratslose" Periode zu beenden. Die CSU-Fraktion schlug zwei einheimische Landratskandidaten vor. Die SPD- Fraktion stellte den früheren Landrat von Rehau, Friedrich Vetter, als Kandidaten auf. Mit den Stimmen der SPD und der KPD wurde er am 20. August 1946 zum Landrat gewählt und von der Militärregierung und der Regierung von Oberfranken in seinem Amt bestätigt.


Sonntag 03. Januar 2010 1636 Kompanie in Naila

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1635  (6. Aug.) Markgraf Christian besichtigt mit seinem Kanzler von Müffling aus Hof kommend wieder die Bergwerke bei und um Naila und reist weiter nach Lauenstein. Nr. 313 A 313 DGH 2 S. 164. Da lag Steben mit seinen...[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1634 Überfälle durch Kroaten

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Sonntag 03. Januar 2010 1633-10-08 Pfarrer Heinrich Müller schreibt über Opfer

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Sonntag 03. Januar 2010 1633-05-29 In Hof lagernde Sachsen und Schweden

1633  (29. Mai) Die in Hof lagernden Sachsen und Schweden setzen ihre Bagagen in Richtung Naila Steben in Marsch; man erwartet einen Angriff auf Kronach. Nr. 298 A 298 DGH 2 S. 108. Die Truppe folgte am 1. Juni, aber die...[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1633-03-06 In Hof liegen 20 Kompanien Kroaten

1633 (6. - 8. März) In Hof liegen 20 Kompanien Kroaten im Quartier und marschieren dann weiter nach Kronach. Nr. 297 A 297 DGH 2 S. 104. Anfangs 1633 befand sich die Markgrafenschaft Brandenburg-Culmbach mit Ausnahme der Städte...[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1633 Zusammenstellung von Kriegsschäden

1633  In einer amtlichen Zusammenstellung von Kriegsschäden sind Steben und Lichtenberg unter den teilweise oder ganz zerstörten Orten verzeichnet. Nr. 300 A 300 KKB 227. Sonach könnte Steben vom Kriegsgeschehen härter...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1630-1639, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1633 Tod eines Mannes

1633  Pfarrer Heinrich Müller beurkundet den Tod "eines Mannes, der die Almosen vor den Türen hat suchen müssen." Nr. 302  A 302 PAS KB 1589 - 1656. Wieder ein Armer, den man nicht für wert hielt, bei seinem Namen...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1630-1639, Kirchengeschichte, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1633 Buss-, Bet- und Fasttage

1633  Zur Hebung des durch den Krieg gestörten kirchlichen Lebens werden auf Anordnung des Markgrafen ein monatlich zu wiederholender Buss-, Bet- und Fasttag und zweiwöchentlich abzuhaltende Betstunden eingeführt. Nr. 301 A...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1630-1639, Kirchengeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1633 - 1634 In Untersteben gibt es vier Pesttote

1633 - 1634 In Untersteben gibt es vier Pesttote (einer davon in einem Backofen aufgefunden), sieben Todesfälle an Ruhr und sechs an Paratyphus, in Obersteben vier Todesfälle an Ruhr und in Dürrnberg einen an Paratyphus. Nr. 303...[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1632-10-09 Pfarrer Heinrich Müller schreibt

1632  (9. Okt.) Pfarrer Heinrich Müller schreibt: "An diesem unheilvollen und unglücklichen Tag wurde im Walde geboren Georgius, ein Sohn Nicol Langens zu Langenbach, ich, der Pfarrer, war abwesend und vertrieben". Nr. 296...[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1632-09-23 Markgraf Christian flieht vor Wallenstein

1632  (23. Sept.) Vor Wallenstein ausweichend kommt Markgraf Christian nach Lichtenberg und reist weiter nach Lauenstein. Nr. 295 A 295 DGH 2 S. 89. Steben lag vermutlich am Fluchtwege des Markgrafen.[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1632-08-09 General Holk, der "Schinder des Vogtlandes"

1632  (9. Aug.) General Holk, der "Schinder des Vogtlandes" marschiert mit etwa 15 000 Mann von Forchheim nach Sachsen, um dieses Land auf Befehl Wallensteins als Antwort auf den Entschluss des Kurfürsten, dem Bund der...[mehr]

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Sonntag 03. Januar 2010 1632 wegen Kriegsvolk Trauung verschoben

1632 (Febr.) Wegen des vielen Kriegsvolkes, das sich in Steben aufhält, muss eine Trauung verschoben werden. Nr. 293 A 293 PAS KB 1589 - 1656.[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1630-1639, Kirchengeschichte, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1630 Sieben Pesttote

1630 (Prid Nativitatis = 24. Dez.) Pfarrer Heinrich Müller beurkundet den Tod von 7 Personen, die in den letzten Vorweihnachtstagen kurz hinter- einander im gleichen Hause, im benachbarten Langenbach an der Pest gestorben sind....[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1630-1639, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1630 Kriegseintritt des Markgrafen Christian

1630 - 1632 Unter dem gewaltigen Eindruck des siegreichen Eingreifens von Gustav II. Adolf von Schweden auf seiten der protestantischen Fürsten in den Jahren 1630/1631 und der Entscheidung des sächsischen Kurfürsten für deren...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1630-1639, Landesgeschichte, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1629 Turmuhr

1629 Johann David Plattner, Hof, fertigt für Steben eine Kirchturmuhr. Kosten: 92 Gulden zuzüglich Kost beim Aufstellen und Trankgeld für den Gesellen. Nr. 290 A 290 H. Hofner in HAE 1955 Nr. 15; PAS Akt. VI. 4.2, S. 16; JR....[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1620-1629, Kirchengeschichte, Wehrkirche

Sonntag 03. Januar 2010 1628 Herrschaft Lichtenberg an Markgrafen Christian

1628 Die Herzogin-Witwe Sophia von Radzivil heiratet wieder, verzichtet auf die weitere Nutzniessung der Herrschaft Lichtenberg und verkauft diese an ihren Bruder, den Markgrafen Christian, der nun die ganze Herrschaft...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1620-1629, Landesgeschichte, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1626 Pfarrer Heinrich Müller schreibt über Pest

1626 Pfarrer Heinrich Müller schreibt:  "Den 11. Oktober starb peste Stoffel Schneider, Zimmermann und Hausbüttner dahier, welcher den 8. huius zuvor seine liebe Käthe in seinem Gärtlein begraben, hernach alsbald in den...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1620-1629, Kirchengeschichte, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1626 Die Radzivilische Pfarrei Steben wird Brandenburgisch

1626  Die Radzivilische Pfarrei Steben wird Brandenburgisch. Nr. 288 A 288 SPB 462. Nach dem Tode des Fürsten Radzivil fiel das Kirchlehn Untersteben an den Markgrafen Christian von Brandenburg-Culmbach.[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1620-1629, Kirchengeschichte, Ortsgeschichte

Sonntag 03. Januar 2010 1625 Truppendurchmärsche

1625 Truppendurchmärsche über Hof nach den nördlichen Kriegsschauplätzen, darunter Wallenstein, in der Zeit vom 26. - 28. Juli. Nr. 286  A 286 DGH 2 S. 53; DWG 226. Schon seit 1619 gab es Truppendurchzüge, Werber, räubernde...[mehr]

Kategorie: 1600-1699, 1620-1629, Ortsgeschichte